Details zur Wirkungsweise

GYROTONIC verwendet als ein Trainingsprinzip, eine Verschraubung (Spiralisierung) des Körpers, des Rumpfes und der Extremitäten, um eine mit Beweglichkeit kombinierte Stabilität zu erreichen. Ein gleichmäßiger Wechsel der muskulären Gegenspieler (Agonist/Antagonist), sowie die Variation in der muskulären Arbeitsweise (konzentrisch/exzentrisch) erzeugt einen ständigen Bewegungsfluss und erweitert so den Bewegungsradius. Anspannung und Entspannung ausgewählter Teile der Muskulatur bewirken ein hohes Maß an Energieeinsparung im Körper und bewirken so eine Bewegungsökonomie, die auch im Alltag umsetzbar ist. Durch dieses ausgeklügelte System der GYROTONIC Bewegungen wird zudem eine Überanstrengung einzelner Muskeln verhindert und gleichzeitig dem Einsatz von Hilfsmuskulatur im Sinne einer Kompensation gezielt entgegengewirkt.

Die Komplexität der menschlichen Bewegung wird durch obige Illustration (Bandknoten) deutlich. Je nachdem, welche Muskeln gemeinsam agieren, bedeutet dies für den Körper in gezielter Bewegung, beziehungsweise für die dann tätige Halte- und Hilfsmuskulatur, eine Unterstützung oder eine Störung im System. Wesentlich bei einer zielgerichteten Bewegung ist also das exakte Zusammenspiel genau der richtigen Partner. Weder darf einer zu viel Kraft produzieren, noch ein anderer gänzlich inaktiv sein; und dass im ständigen Wechsel während der Bewegung. Fortlaufend werden dementsprechend neue Koalitionen geschmiedet, alte beendet. Sowohl die muskelinterne Koordination (intramuskulär) als auch das gemeinsame Agieren einzelner Muskelgruppen (intermuskulär) müssen wechselnd und doch perfekt aufeinander abgestimmt sein, um ein harmonisches Gesamtbild entstehen zu lassen. Diesen Zusammenhang unterstreicht folgendes Zitat eines großen Anatomen:
… nicht nur das Ganze [ist] mehr als die Summe der Teile, sondern … auch ein Teil, wenigstens ein lebendiger Teil, in Verbindung mit dem Ganzen [wird] anders …, als wenn er losgelöst vom Ganzen oder wenn er mit einem anderen Ganzen verbunden ist“ (von Baeyer, 1940).

Der Trainierende lernt beim GYROTONIC im ersten Schritt sich selbst in seinem Körper während einer Bewegung besser zu verstehen. Durch vielfältige Übungen wird er seine Kraft bewusster einsetzen können und dadurch steigern. Das richtige Maß an Nachgeben, Halten und aktiver Bewegung ermöglicht eine Vergrößerung der Bewegungsamplitude im schmerzfreien Bereich (Dekompression). Dies geschieht einmal durch eine verbesserte Koordination sowohl zwischen den einzelnen Muskelgruppen, als auch im harmonischen Zusammenspiel der Muskelfasern eines Muskels begleitet von einer korrespondierenden Atmung.

Eine wichtige Etappe während der Übungsstunden ist dann erreicht, wenn erlebt wird, dass Körperübungen einen kreativen Prozess darstellen und eine schöne Erfahrung und Bereicherung im Leben sind.

GYROTONIC steht für ein ganzheitliches Trainingskonzept, das den Körper in seiner Gesamtheit trainiert. Mit dem Effekt, sich dauerhaft gesund zu halten und mit aufrechter Haltung den orthopädischen Zivilisationserkrankungen ein Schnippchen zu schlagen. Damit ist GYROTONIC eine ideale Begleitung für alle Rückenschmerzpatienten, die den Bewegungsrhythmus und die dritte Dimension in der muskulären Arbeit schulen wollen.